Mittwoch, 16. September 2015

Friede, Freude, Eierkuchen oder: Streit im Hause Stressmacherin

Kennt Ihr das? 
Friede, Freude, Eierkuchen.
Gemütliches Chillen am Sofa.

Stressmacherin liest spannenden Artikel über ... nichts eigentlich.
Aber schon irgendwie ... wichtig.

Geräusche dringen an ihr Ohr.

"... und so hab ich das eben gemacht ..." Göttergatte steht applausheischend vor Stressmacherin. 
"Was meinst du dazu?"

"Hmmmmm", diese fragende Geste. Was hat er gesagt? Wie lang steht er da schon? Na ja, etwas Aufmunterung kann nicht schaden.
"Das ist aber prima!"

"Ja, gell? Und wie findest du den Punkt 2?" 

"Also, ... ähm ..." Was war Punkt 1?!

"Hättest du das anders gemacht? Deine Meinung ist mir wichtig ..."

"Ja, also, ... nein, hätt ich genauso gemacht."

"Was?"

"Na, was du ...." 

"DU HAST ÜBERHAUPT. NICHT. ZUGEHÖRT!"

"Doch, nur halt eben nicht ... " 

"Eben!"

"Na, ich hab hier was gelesen. Erzähls doch nochmal!"

"Nein! Das ist ... Du hörst mir NIE, NIE zu!"

"Das stimmt doch gar nicht!"

"Doch das ..."

Hin und her ... Hin und her ... und schließlich die Stressmacherin:

"Lass mich in Ruhe!" (etwas lauter ... nach Stressmacherinnen-Art)
Widmet sich der wichtigen Zeitschrift. Aber betrübt. Und schmollend ....

Nach einiger Zeit ... kleiner Blick aus den Augenwinkeln bei beiden ...

"Jetzt tuts dir wieder leid!", meint stressresistenter Ehemann versöhnlich.

"Was denn?", weiter beleidigte Stressmacherin.

"Na, was du gesagt hast."

"Hab doch gar nix gesagt."

"Doch du hast mich sogar angeschrien!"

„Ich hab überhaupt nicht geschrien! Du schreist immer!"

"Ich schreie nie!", Göttergatte ist tatsächlich mehr stoisch. 

„Du schreist sehr wohl. Außerdem muss man nicht schreien, um zu schreien. Man kann auch still sein und dabei schreien!“

„Hä?“

Wieso lacht der jetzt?  
„Jawohl!“

„Das klingt aber wohl in deinen eigenen Ohren seltsam, oder?“

„Nein, das ist so!“

„Na gut! Du hast recht!“, Göttergatte schaut lieb.

„Das sagst du jetzt nur so!“

„Nein, das mein ich aus ehrlichem tiefstem Herzen heraus.“

Stressmacherin ist misstrauisch. Beschließt aber, großmütig zu sein.

„Na gut, ich verzeihe Dir!“

Verkuschelte Versöhnung folgt …

„Siehst du“, meint der Göttergatte. „Das war gar nicht notwendig.“

„Ja, aber du hast angefangen. Du hast gesagt …“


„Lass es, ich weiß ja: Am Schluss verzeihst du mir!“

Mittwoch, 8. Juli 2015

Stressmacherin hat Stress mit Pflanzen ... oder mit dem Ehemann

„Bitte lehn dich da nicht an!“

„Wie?“

„Bitte lehn dich da nicht an!!“

„Wo?“

„An der Pflanze!“

„An welcher Pflanze?“

„AN. DER. PFLANZE, AN DER DU  DICH   G E R A D E   A N L E H N S T!“

„Das merkt die doch gar nicht!“

„Doch das merkt die!!! Eine Pflanze ist ein Lebewesen!“

„Aber nicht wirklich!“

„Doch ganz wirklich!!“

„Aber die bellt nicht! Und wiehert nicht!“

„Doch die …. Es IST ein Lebewesen!  Es hat Gefühle wie du und ich.“

„Warum sagst du dann ‚es‘?“

„Hä?“

„Na, du müsstest sie oder er sagen.“

„Warum? Es heißt ja auch das Tier.“

„Ja, aber der Hund, die Katze…“

„… das Pferd.“

„Das gilt nicht, weil es heißt ja auch die Stute und der Hengst.“

„ES HEISST JA AUCH DIIIEEEEE PFLANZE!“

„Warum regst du dich so auf?“

„Na, weil …“

„Hast dus vergessen?“

„Nein! Weil du sagst eine Pflanze ist kein Lebewesen!“

„Ist sie ja auch nicht wirklich.“


„Lehn dich einfach nicht an!“

Freitag, 29. Mai 2015

Stressmacherin auf der Spur von Kommunikationsknoten

Stelle fest: Das Verleger-Gespons hat manchmal äußerst eigenartigen Zugang zur Sprache und ihrer Bedeutung. Im Allgemeinen und im Besonderen.
Und nein, das liegt nicht an mir! 
Das sind Kommunikationsknoten. Auflösbar durch Humor oder mit gutem Wurf-Porzellan.

Neulich sahen wir einen Film.
Die berührende Szene:
Frau unterdrückt Tränen, fragt mühsam beherrscht: „Sag es mir, ich bin auf alles vorbereitet und eingestellt. Hattest du was mit einer anderen?“
Er: „Nein“
Sie schluchzt wie wild. lässt den Tränen freien Lauf, natürlich vor Erleichterung und weil die Anspannung nächlässt.

Der beste Ehemann von allen sieht mich vorwurfsvoll an:

„Du weinst nie, wenn ich dich nicht betrüge…“

„Na, weil da hab ich ja dann auch nichts zu weinen.“

„Also soll ich dich betrügen, damit du was zu weinen hast?“

„Du bist das Dümmste …“ (frei nach einer Szene aus Loriots, Papa ante portas)

Inhaltsverdrehungsstresskommunikationsknoten nennt man das in der verlegerischen Fachsprache und unter Stressexperten.

Es geht natürlich auch anders.
Andere Szene. Aber nicht aus dem Film.

Hingebungsvolle leidenschaftliche aufopferungsbereite Verlegerinnen-stets-am-Herd-Gattin, die im Übrigen gar nicht ausflippt, wenn er fünf Minuten zu spät kommt.

Sie: „Du kommst IMMER (!!!!) zu spät!“

Er, unschuldig lächelnd: „Aber jetzt bin ich ja da.“

Sie: „Ja, aber eben zu spät. Jetzt koch ich hier und IMMER, IMMER kommst du zu spät!“

Hm. Der Stressmacherin kommt plötzlich zu Bewusstsein: Diese Kommunikation geht so gar nicht.
Klingt überhaupt nicht nach feinen gütigen Ich-Botschaften.
Ich mein, zu was haben wir die ganzen Bücher, wenn die Verlagsleiterin nix draus lernt?

Stressmacherin formuliert listig um:

„Ich wünsche mir, dass du mich rechtzeitig informierst, wenn du merkst, dass du unsere zeitliche Vereinbarung nicht einhalten kannst.“

Schaut ihn beifallheischend an. Stolz auf ausgezeichneten Beziehungs-voll-erwachsenen-Kommunikationsstil. Sehr gut. Ausgetrickst, was soll er jetzt sagen. Ha! Kommunikationssieg!

Er: „Gut, das geht. Also merke: Ich komm heim, wann es mir passt und dann ist das Essen fertig.“

Liest wohl andere Ratgeber, der Herr.


Stressmacherin bestellt Pizza und liest nach im Buch „Evatalks, Adam walks“, woher die Kommunikationsknoten kommen…